
openCost Konferenz 2026: Navigating Cost Transparency
Von 17. bis 19. März 2026 fand die vom openCost-Team organisierte internationale Konferenz „openCost: Navigating Cost Transparency“ am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg statt. Die openCost Konferenz brachte rund 70 Expertinnen und Experten aus dem Bereich Publikationskosten und Kostenerfassung aus zehn Ländern zusammen.
Ziel der Konferenz war es dabei, gemeinsam Impulse für die zweite Projektphase zu setzen, praxisnahe Perspektiven aus der Community zu bündeln und Raum für Vernetzung und Austausch zu schaffen.
Neben einer ersten Einführung in die Vorhaben der zweiten Projektphase, präsentiert von Gernot Deinzer (UB Regensburg), Dirk Pieper (UB Bielefeld) und Alexander Wagner (DESY), bildete die Keynote von Dr. Angela Holzer (Deutsche Forschungsgemeinschaft – DFG) mit dem Titel „Why does the DFG support the development of information budgets and standardized cost data?“ den Auftakt der Konferenz. Dr. Holzer zeigte darin die unterschiedlichen Wege auf, durch welche die DFG auf die Standardisierung von Kosten- und weiteren Publikationsmetadaten im Sektor der wissenschaftlichen Publikationen hinwirkt.
openCost: Einblicke in die zweite Projektphase
Ein großer Teil des dreitägigen Programms widmete sich ersten Einblicken in die zweite openCost Projektphase. So präsentierte Robert Bosek (UB Regensburg) den aktuellen Entwicklungsstand rund um die EZB-Erweiterung um Informationen zu Open-Access-Vereinbarungen, was einen zentralen Schwerpunkt der zweiten Projektphase darstellt. Auch die OpenAPC Infrastruktur wurde im Rahmen von openCost um einen separaten Datensatz für Verträge erweitert, was Christoph Broschinski (UB Bielefeld) in seinem Vortrag „OpenAPC expanded: Contracts in Focus“ demonstrierte.
Neben den Vorträgen boten zwei praxisorientierte Hands-on Labs die Möglichkeit, gemeinsam mit den Teilnehmenden konkrete Aspekte des openCost-Standards weiterzuentwickeln. Das erste Hands-on Lab von Julia Bartlewski (UB Bielefeld) widmete sich der Erweiterung des openCost-Austauschformats um weitere textbasierte Publikationstypen wie Bücher oder Konferenzschriften sowie Infrastrukturen und um sich daraus ergebende zusätzliche Kostenarten. Im zweiten Hands-on Lab stand das einrichtungsinterne Metadatenschema zur Kostenerfassung sowie dessen technischer Umsetzung im Fokus. Kathleen Neumann (GBV) und Lisa-Marie Stein (DESY) präsentierten den Stand der Implementierung eines openCost-Moduls in MyCoRe und diskutierten mit den Teilnehmenden die Ausgestaltung der Metadatenfelder eines solchen Speicherformats.
Vorträge (inter-)nationaler Gäste
Das Konferenzprogramm vereinte Beiträge aus dem openCost-Projektteam mit Vorträgen internationaler und nationaler Expertinnen und Experten. Einen zentralen Aspekt bildete dabei das aktuelle Thema Diamond Open Access. So gab Paula Clemente Vega (Open Library of Humanities) Einblicke in den aktuellen OLH-Jahresbericht, schlüsselte die Kosten innerhalb des Diamond-Open-Access-Modells von OLH auf und präsentierte detailliert, wie viel die teilnehmenden Universitäten beitragen, wie diese Mittel auf die Verlagsaktivitäten verteilt werden und wie finanzielle Nachhaltigkeit erreicht wird. Sergio Tapias (SciPost) präsentierte das Finanzreporting-Modell von SciPost, das als Modell-Framework von interessierten Diamond-Open-Access-Initiativen nachgenutzt werden kann, während Helene Strauß (SeDOA) das Thema Kosten im Diamond Open Access aus der Perspektive des DFG-geförderten Projekts Servicestelle Diamond Open Access (SeDOA), dem deutschen Diamond Capacity Centre, betrachtete. Daneben diskutierte Aldo Rampioni (SISSA Medialab) die sich derzeit in Entwicklung befindliche Diamond Open Access-Zeitschrift JQuant als ein Fallbeispiel für die Untersuchung von Ex-ante-Ansätzen zur Kostenschätzung und -modellierung im nicht-APC-basierten wissenschaftlichen Publikationswesen.
Ein zweiter Themenblock widmete sich Open Science Infrastrukturen. Anne Gentil-Beccot (CERN) präsentierte den neuen innovativen Evaluationsmechanismus von SCOAP³ und zeigte zudem auf, wie SCOAP³ ein transparenteres und nachhaltigeres Open-Access-Publikationsökosystem fördert, in dem die Kosten enger mit den Verlags-Dienstleistungen verknüpft sind. Cameron Neylon widmete sich der Frage, wie sich Kosten des wissenschaftlichen Publikationssystems mithilfe offener Forschungsinformationsdaten im großen Maßstab analysieren lassen und präsentierte die Analyserergebnisse des NSF Projekts. Weiter präsentierte Maxence Larrieu (Université Grenoble Alpes) das Projekt TSOSI – Transparency to Sustain Open Access Infrastructures, eine neue Webplattform, die darauf abzielt, die finanzielle Unterstützung für offene Wissenschaftsinfrastrukturen auszuweiten. Dr. Anja Himpsl-Zeltner (FH Potsdam) stellte eine Analyse der Kostenaufschlüsselung von Verlagen im Brandenburgischen Open-Access-Monografiefonds vor und reflektierte die praktischen Herausforderungen bei der Arbeit mit diesen Daten.
Plattform für Vernetzung und Austausch
Weiteres zentrales Element der openCost Konferenz war die interaktive Postersession, in der zahlreiche Projekte, Initiativen und institutionelle Anwendungsfälle vorgestellt wurden. Eingeleitet wurde sie durch eine „3-Minute-Madness“-Session im Plenum, in der alle Posterautorinnen und -autoren die Möglichkeit hatten, ihre Beiträge jeweils für drei Minuten im Plenum zu präsentieren. Anschließend bot die Postersession während der Mittagspause Gelegenheit für vertiefende Gespräche und Diskussionen.
Ergänzt wurde das fachliche Programm durch Möglichkeiten zum informellen Austausch, ein Conference Dinner sowie eine Führung über das Gelände des DESY. Insgesamt bot die Konferenz somit eine wichtige Plattform für internationale Vernetzung und für die gemeinsame Weiterentwicklung von Ansätzen zur transparenten Erfassung und Analyse von Publikationskosten im Kontext von Open Science. Die Möglichkeit, die Projektvorhaben in diesem Rahmen vorzustellen und wertvolles Feedback aus der Community zu erhalten, war von unschätzbarem Wert.
Das Projektteam bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden der openCost Konferenz sowie den Vortragenden für die interessanten Vorträge, spannenden Diskussionen sowie den angeregten Ideenaustausch.
Die Präsentationen stehen allen Interessierten auf der Eventseite unter „Materialien“ des jeweiligen Beitrags zur Verfügung.






